Back to the roots

Ein Motto, das Hiphop durch alle Epochen seiner Existenz begleitet. Immer geht es „back to the roots“, die Urväter ehren, den Samplequellen huldigen, Respekt für die Pioniere, die alten Songs mit denen man aufgewachsen ist… in Erinnerungen schwelgen kann schön sein.

Aber Hiphop bedeutet nicht, der Vergangenheit nachzutrauern. Hiphop bedeutet Fortschritt. Hiphop bedeutet, neues auszuprobieren, statt alten Soul- und Jazz-Schinken plötzlich Daft Punk zu samplen,  Hiphop bedeutet, dem Hörer etwas zu erzählen und sich kreativ auszuleben. Was das mit Roots zu tun hat? Eine ganze Menge.

Die legendäre Band aus Philadelphia hat besonders bei den jüngsten Releases innovative Pfade eingeschlagen und jegliche Hiphop-Dogmen abgeschüttelt. Das neue Album „Rising Down“ bildet da keine Ausnahme, sondern vielleicht sogar einen Höhepunkt – nie zeigten sich ?uestlove, Black Thought und ihre Mitstreiter kreativer und vielseitiger.

Während der Vorgänger „Game Theory“ noch einen ziemlich durchgängigen samplelastigen und melancholischen Sound hatte, zeigt bereits die erste Singleveröffentlichung „Get Busy“ die Band von einer deutlich aggressiveren Seite. Brachial und aggressiv, trocken und mit deutlichem Synthie-Einfluss drückt es aus den Boxen, wenn Black Thought mit Unterstützung von Dice Raw und Peedi Peedi (leider ohne „RRRRING!“) seine Lebensweisheiten zum Besten gibt. „75 Bars (Black Reconstruction)“ schlägt mit organischerem Sound, hektischen Drums und Telefonfilter-Vocals in eine ähnlich aggressive Richtung.


Unter der harten Schale steckt aber immer noch ein weicher Kern: Auf „Rising Down“ präsentiert sich die Legendary Roots Crew gleichermaßen ruhig und soulful. Während „Rising Up“ noch eine Brücke zwischen Oldschool-inspirierten Hiphop-Drums und sanften Soul-Klängen schlägt, verbreitet der entspannte Vibe von „Birthday Girl“ wunderschöne Sommerstimmung. Glücklicherweise haben sich die Gerüchte, der Song sei kurzfristig vom Album genommen worden, nicht bewahrheitet. Für den Gesang sorgte hier übrigens Patrick Stump, Sänger der Punk-Band Fall Out Boy.


Ich würde gerne mehr über das Album schreiben, aber die vier Songs, deren Videos allesamt von Rik Cordero inszeniert wurden, fassen sehr gut zusammen, was man auf „Rising Down“ erwarten darf: Kreative, wahnwitzige Experimente, irgendwo zwischen Fausthieben und Streicheleinheiten fürs Ohr. Wer den Songs etwas abgewinnen kann, sollte dem Album unbedingt eine Chance geben – am besten noch heute.

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