Shopping list #1

Eigentlich wollte ich gerade nur ein Musikvideo posten. Dann dachte ich: Scheiß drauf, erzähl ein Bisschen über die CD. Dann dachte ich, ich sollte, wenn ich eh dabei bin, noch was über eine andere CD erzählen. Und dann hatte ich eine tolle Idee für eine neue Rubrik: Shopping list. Wie bereits gesagt bin ich nicht nur Künstler, sondern selber begeisterter Musik-Fan und stolper immer mal über Platten, die eigentlich jeder im Regal stehen haben sollte. Meine (mehr oder weniger) geschätzten Kollegen haben euch in diversen Videos beigebracht, wie man eine CD kauft. Ich sage euch jetzt, welche CDs sich tatsächlich lohnen.

1. Cypress Hill – „Rise Up“

Ich denke, da muss man garnix weiter zu sagen. Seit mittlerweile fast 20 Jahren sind sie eine zuverlässige Instanz in der internationalen Hiphop-Szene. Zugegeben: Sie sind heute irgendwie nicht mehr ganz so angesagt wie früher. Aber das ist scheißegal. Nach dem etwas drögen „Till Death Do Us Part“ ist „Rise Up“ endlich wieder ein Cypress-Hill-Langspieler nach meinem Geschmack: Straighter LA-Latino-Hiphop mit gelegentlich eingestreuten Rock- und Metal-Anleihen. Großartige Musik. Als Anspieltipps wären insbesondere „Carry Me Away“ (produziert von Mike Shinoda) und „Trouble Seeker“ (produiert von Daron Malakian) zu nennen. Die Singles „Rise Up“ und „It Ain’t Nothin'“ haben es allerdings auch in sich!

2. Olli Banjo – „Kopfdisco“

Unschlagbar. Also, wirklich, einfach unschlagbar. Technisch, handwerklich, inhaltlich – selbst die abgespacete Beatauswahl versetzt mich in Staunen. Der (deutschsprachige) Lieblingsrapper eures (deutschsprachigen) Lieblingsrappers hat mit „Kopfdisco“ wieder ein kleines Meisterwerk hingelegt. Die Themenvielfalt erstreckt sich von „Randale in der Sonderschule“ (produziert von Maziyar, Glückwunsch an dieser Stelle nochmal!!!) über seine Freundin „Vom anderen Planet“ bis hin zum kalten Alltag, grauer Himmel, „Keine Sonne“. Irgendwo zwischen einem schwer bewaffneten Angriff aufs Zwerchfell, emotionalem Seelenstrip und naivem Expressionismus platziert sich das neue Album. Mit den Seitenhieben auf die deutschen Nachwuchsgangster hat ers vielleicht ein Bisschen übertrieben, trotzdem – geile Platte.

3. Gorillaz – „Plastic Beach“

Damon Albarns Zeichentrickband hat das mittlerweile dritte Studioalbum fertiggestellt. Die bereits bekannte Rezeptur, einen bunten Strauß Genre-Crossover zu binden, wurde diesmal durch einen Zuckerguss aus eingängigen Melodien und Pop-Appeal verfeinert. Das Album ist kreativ, vielseitig, aber nicht so unangenehm unharmonisch wie die Vorgänger es streckenweise waren. Es ist Popmusik, eingängige, lässige Popmusik. Mit Gastauftritten von Mos Def und Snoop Dogg. Zugegeben, die Singleauskopplung „Stylo“ kann ihre coolness erst beim zehnten Hören so richtig entfachen. Aber „Sweepstakes“, „To Binge“ und „On Melancholy Hill“ weisen dafür schon beim ersten Durchgang Ohrwurmcharakter auf.

4. Lil Wayne – „Rebirth“

Das Rock-Album von Lil Wayne ist eigentlich garkein Rock-Album. Es ist bizarre Hiphop-Popmusik mit E-Gitarren und Gesang – kurz: Es ist saugeil. Die trotzige Abrechnung mit der „Prom Queen“, die es vorab schon zu hören gab, ist da noch einer der langweiligeren Songs. Anspieltipps wären eher „Da Da Da“, „Knockout“, „Paradice“ und natürlich das großartige „Drop The World“ (featuring Eminem) das wahrscheinlich die beste Singleauskopplung des Jahres 2010 ist – bis jetzt jedenfalls ungeschlagen!

5. The Roots – „How I Got Over“

Der letzte Punkt auf der Einkaufsliste: Das neue Album von The Roots. Verdammt gut. Ein Bisschen zurück zu den Wurzeln der Hiphop-Band aus Philadelphia. Die letzten Alben waren vielleicht ein wenig exzentrisch, „How I Got Over“ ist wieder ruhiger, entspannter, es gibt mehr Live-Instrumente und seichtere Töne als beim Vorgängeralbum. Absolut großartig sind z.B. das extrem lässige „Now Or Never“, der Titeltrack „How I Got Over“ und der kurze Ausflug in die 90er bei „Right On“. Der Song „Web 20/20“ fällt vom Sound her ein wenig aus dem Gesamtbild heraus, ist trotzdem ein Anspieltipp, Peedi Peedi killt das Ding definitiv.

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