Who rules the night

Kaum sag ich, dass ich nicht mehr aktiv blogge, blogge ich wieder aktiv. Skurril. Nach der etwas deprimierenden Geschichte des Daniel S. gibt es heute aber eine deutlich schönere Geschichte zu erzählen. Ein vorzügliches Beispiel dafür, dass ich mit meinem Song „Heldentat“ Recht hatte – jeder kann ein Held sein. Ich habe gerade eine nächtliche Reise mit den Nachtlinien der BSAG unternommen. Meine Reise begann kurz vor der Endhaltestelle einer Linie in einem Bus, der bis auf den Fahrer und mich bereits komplett leer war. Der Fahrer fragte mich, was mein Zielort sei und bot mir an, mich direkt dort abzusetzen, weil er an dieser Haltestelle auf der Leerfahrt nach Ende seiner Route ohnehin vorbeikommt und ich mir so nervigen Umstieg und Wartezeiten in der Kälte sparen kann.

Ich bedankte mich und wir plauderten ein wenig, bis der Fahrer plötzlich mitten auf der Straße anhielt, neben einem Mädchen, das von einem Typen verfolgt wurde und irgendwie auf sich aufmerksam machte. Er öffnete die Tür, die Kleine (ich schätze sie auf circa 16) stieg ein, die Tür wurde wieder geschlossen – Abfahrt. „Hat der Typ dich verfolgt?“ „Ja. Danke!“ „Kanntest du den?“ „Ja.“ „Wo willst du hin?“ Sie nannte den nächsten Umstiegsort, der Busfahrer erfragte den endgültigen Zielort der Reise und sagte zu mir, er würde einen Umweg machen und sie dort hinbringen. Der Typ verfolgte uns mit dem Auto. Irgendwann hab ich die Kleine gefragt, woher sie den Typ kennt und warum er sie verfolgt. Keine Überraschung: Aufdringlicher Ex-Freund. Kann nicht loslassen. Der Busfahrer hat daraufhin versucht, den ehemaligen Verehrer abzuschütteln, die Lichter im Bus gelöscht und sich überholen lassen, um den Eindruck zu vermitteln, die Kleine wäre nicht mehr an Bord.

Tatsächlich ist der Typ irgendwann am Horizont verschwunden, allerdings in Fahrtrichtung. Ich hab ihr angeboten, bei ihrer Haltestelle eben mit rauszuspringen und sie zur Haustür zu begleiten, falls der Typ da lauert, aber sie meinte, das sei gleich bei der Haltestelle, das wäre schon okay. Wir sind also zu ihrer Haltestelle gefahren, haben sie abgesetzt, aus dem Fenster beobachtet, wie sie die Treppe zu ihrem Haus hinaufgerannt und darin verschwunden ist und sind dann weitergefahren. Der Busfahrer hat sich mit mir noch eine Weile über andere Stalkergeschichten unterhalten, die er als Busfahrer miterlebt hat. Irgendwann hat er mich dann an meinem Zielort abgesetzt.

Da ich nicht weiß, ob man als Busfahrer vielleicht einen auf den Deckel bekommt, wenn man solche Extratouren dreht, möchte ich hier nicht verraten, um welche Linie und welche Uhrzeit es sich gehandelt hat. Aber ich wollte die Geschichte trotzdem erzählen, um mich anonymerweise öffentlich zu bedanken und den Moment mit euch zu teilen. Wie heißt das auf 9gag immer so schön? „Faith in humanity restored.“ Danke.

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